
Elevator Pitch: wie du dich kurz und knackig vorstellst, sodass alle verstehen, was du machst
Ich fühlte mich mal wieder wie Alice im Wunderland beim Frauennetzwerk-Treffen. Zwischen Klangschalen, Aura-Lesungen und Chakren-Ausrichtungen war ich die eine Fremde mit Webseiten, Google und digitalem Kram.
Die anderen Frauen stellten sich so mysteriös vor, dass ich mich insgeheim fragte: Hat die etwa noch nie von einem Elevator Pitch gehört? Und das in Köln, einer Stadt mit bunter Netzwerklandschaft.
Genau darum geht es hier: um deine Kurzvorstellung, die in einem Satz sagt, was du tust und für wen.
In diesem Artikel erfährst du:
- was ein Elevator Pitch ist und woher er kommt
- mit welcher Formel du deinen Pitch in einem Satz baust
- wie lang er sein darf und welches Ziel er hat
- 7 Beispiele aus der Praxis und die häufigsten Fehler
- wie du drei Versionen für Netzwerk, Webseite und Instagram entwickelst
Was ist ein Elevator Pitch?
Übersicht
- Was ist ein Elevator Pitch?
- Wie baust du deinen Pitch mit der Formel auf?
- Wie lange darf ein Elevator Pitch dauern?
- Was ist das Ziel deiner Kurzvorstellung?
- Wann brauchst du einen Elevator Pitch?
- Auf Messen und Kongressen
- Am Telefon
- Auf Netzwerktreffen
- Auf deiner Webseite
- In den sozialen Medien
- Wie klingt ein guter Elevator Pitch?
- Wie nutzt du ChatGPT für deinen Pitch?
- Wie baust du deinen Pitch mit der AIDA-Formel auf?
- A für Attention, Aufmerksamkeit gewinnen
- I für Interest, Interesse wecken
- D für Desire, Wunsch wecken
- A für Action, zum Handeln führen
- Was gehört in jeden Elevator Pitch?
- Welche Fehler kosten dich den Pitch?
- Brauchst du verschiedene Versionen deines Pitches?
- Fazit
- Ein Elevator Pitch ist deine Kurzvorstellung in 30 bis 60 Sekunden.
- Die Formel: Ich helfe [Zielgruppe], [Ergebnis] zu erreichen, ohne [Schmerz].
- Ziel ist Neugier auf ein längeres Gespräch, nicht der sofortige Abschluss.
- Halte ihn so einfach, dass ihn auch deine Oma versteht.
- Drei Versionen für Netzwerk, Webseite und Social Media zahlen sich aus.
Ein Elevator Pitch ist deine Kurzvorstellung in 30 bis 60 Sekunden. In einem Satz sagst du, wem du hilfst, wobei und mit welchem Ergebnis. So kurz, dass er in eine Aufzugfahrt passt. Ziel ist nicht der sofortige Abschluss, sondern Neugier auf ein längeres Gespräch.
Jemand fragt dich
Was machst du so?
und du antwortest in einem Satz, wem du hilfst, wobei und mit welchem Ergebnis. Diesen Satz nennt man Pitch oder Elevator Pitch.
Der Name stammt von amerikanischen Vertrieblern, die Kundinnen und Chefs während einer Aufzugfahrt von ihrer Idee überzeugen wollten. Weil so eine Fahrt selten länger als 60 Sekunden dauerte, musste alles in dieses Fenster passen: Vorstellung, Begeisterung und der nächste Schritt.
Heute trägst du deinen Pitch selten im Aufzug vor. Du nutzt ihn überall dort, wo du in kurzer Zeit Lust auf dich und dein Business machst.
Kurz gesagt: Ein Pitch ist deine vorbereitete Antwort auf die Frage, was du beruflich machst.
Wie baust du deinen Pitch mit der Formel auf?
Der Pitch folgt immer einer ähnlichen Struktur.
Ich helfe Zielgruppe Z, das Ergebnis E zu erreichen, ohne dass sie den Schmerz S erleben muss.
Bei mir klingt das so: Ich helfe Frauen aus dem Bereich seelische Gesundheit, bei Google gefunden zu werden und Geld zu verdienen, ohne Stress mit dem digitalen Kram.
Brauchst du einen Zeitraum, ergänze ihn. Beantworte für deinen Pitch diese vier Fragen:
- Wer ist deine Zielgruppe?
- Was ist ihr Wunschergebnis?
- In welchem Zeitraum lieferst du dieses Ergebnis?
- Was ist ihr größter Frust auf dem Weg dorthin?
Wer hier noch unsicher ist, klärt zuerst die Positionierung. Mein Leitfaden zeigt dir, wie du deine Nische findest, und wie du dein Angebot klar entwickelst.
Schreibe drei Versionen und teste sie an Menschen, die dein Angebot nicht kennen.
Merke: Ein guter Pitch beginnt bei deiner Zielgruppe, nicht bei dir.
Wie lange darf ein Elevator Pitch dauern?
Für deinen Pitch hast du meist zwischen 30 Sekunden und zwei Minuten. Bei Netzwerkveranstaltungen ist das Zeitlimit oft vorgegeben.
Warum so kurz? Eine Studie von Microsoft beziffert die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne auf rund acht Sekunden. Die ersten Sätze entscheiden also, ob jemand dranbleibt.
Auf den Punkt gebracht: Plane mit einer Minute und übe so lange, bis dein Pitch ohne Hektik in diese Zeit passt.
Was ist das Ziel deiner Kurzvorstellung?
Dein Pitch vermittelt in kurzer Zeit nur das Wichtigste und macht Lust auf mehr. Er nimmt die erste Hürde und weckt die Bereitschaft für ein längeres Gespräch.
Wichtig: Ein Pitch klärt weder Detailfragen und noch führt er sofortige Buchung herbei. Dafür ist die Zeit zu knapp.
Dein Ziel ist erreicht, wenn du am Ende die Visitenkarte deines Gegenübers in der Hand hältst oder direkt einen Termin vereinbarst.
Merke: Der Pitch verkauft nicht das Angebot, er verkauft das nächste Gespräch.
Wann brauchst du einen Elevator Pitch?
Auf Messen und Kongressen
Hier warten Hunderte potenzielle Interessentinnen. Ein klarer Pitch lenkt die Aufmerksamkeit auf dich und bleibt im Kopf.
Am Telefon
Sobald du die Aufmerksamkeit am anderen Ende hast, bringst du deine Botschaft glasklar auf den Punkt.
Auf Netzwerktreffen
Hier knüpfst du neue Kontakte. Ans Herz lege ich dir dazu meine 8 Tipps zum Netzwerken, auch für Schüchterne.
Auf deiner Webseite
Deine Webseite ist dein Schaufenster. Eine präzise Vorstellung auf der Startseite weckt sofort Interesse. Wie du dabei mit Plan sichtbar wirst, zeige ich dir hier.
In den sozialen Medien
In der Bio und im ersten Satz zählt jede Sekunde. Kurze, prägnante Botschaften machen neugierig auf mehr.
Wie klingt ein guter Elevator Pitch?
Sieben Beispiele aus der Praxis, alle nach derselben Formel gebaut:
- Ich bin Viola und zeige erschöpften Pflegekräften, wie sie im stressigen Alltag immer wieder neu Kraft tanken.
- Ich bin Silke und begleite Frauen durch alle Lebensphasen gesund, von A wie Akne bis Z wie Zyklusbeschwerden, mit natürlichen Lösungen.
- Ich bin Christina und helfe Frauen mit Zyklusbeschwerden, schmerzfrei durch ihre Periode zu kommen, indem sie wieder auf ihren Körper hören.
- Ich bin Antje und helfe gestressten Menschen, sich mit Musik zu entspannen, ohne stundenlanges Grübeln oder Musikkenntnisse.
- Ich bin Eliana und helfe Menschen, mit der Weisheit der Karten Antworten auf wichtige Fragen zu finden, ohne Angst vor dem Unbekannten.
- Ich bin Marianne und unterstütze Paare, ihre Beziehung zu vertiefen, ohne kraftraubende Alltagskonflikte.
- Ich bin Jay und helfe Menschen, online gefunden zu werden, ohne Stress mit dem digitalen Kram.
Kurz gesagt: Jedes Beispiel nennt Zielgruppe, Ergebnis und den vermiedenen Schmerz, mehr braucht es nicht.
Wie nutzt du ChatGPT für deinen Pitch?
Einige Beispiele oben sind mit ChatGPT entstanden, dem kostenlosen KI-Tool.
So geht´s in drei Schritten:
- Formel vorgeben. Beschreibe ChatGPT die Pitch-Formel und gib ein Beispiel.
- Berufe nennen. Lass dir je Berufsbezeichnung drei Pitches erstellen, etwa für Yogalehrerin, Astrologin oder Channel-Medium.
- Kürzen und schärfen. Wähle den besten Vorschlag und streiche alles Überflüssige.
So wurde aus einem langen Vorschlag über musiktherapeutische Techniken der knappe Pitch von Antje weiter oben.
Merke: KI liefert Rohmaterial, die finale Kürze kommt von dir.
Wie baust du deinen Pitch mit der AIDA-Formel auf?
Eine zweite Methode ist die bewährte AIDA-Formel.
A für Attention, Aufmerksamkeit gewinnen
Die ersten Sekunden entscheiden. Starte mit einer Frage, einem klaren Statement oder einem überraschenden Fakt. Beantworte das Was: Was bietest du an, und was tust du für dein Gegenüber?
I für Interest, Interesse wecken
Mache neugierig. Was unterscheidet dein Angebot vom Markt, was ist das Besondere, und warum braucht dein Gegenüber genau diese Lösung?
D für Desire, Wunsch wecken
Sag klar, was dein Gegenüber davon hat. Welchen Vorteil bringt deine Lösung, was gewinnt die Person, was verliert sie ohne dich?
A für Action, zum Handeln führen
Zeige den nächsten Schritt. Sag deutlich, was du dir wünschst: ein Erstgespräch, eine Buchung oder eine Weiterempfehlung.
Was gehört in jeden Elevator Pitch?
Zehn Punkte, die deinen Pitch tragen:
- Starker Einstieg. Der erste Satz trifft ins Schwarze, eine Frage, eine These oder ein Fakt.
- Klare Auswahl. Zeige nur das Wichtigste, nicht jedes Detail.
- Eigene Glanzpunkte. Mach in wenigen Worten deutlich, was dich besonders macht.
- Fokus auf das Gegenüber. Richte deine Botschaft auf die Menschen vor dir aus und passe sie bei Bedarf an.
- Einfache Sprache. Mach den Großmuttertest: Versteht deine Großmutter, worum es geht?
- Echte Begeisterung. Wie du es sagst, wirkt so stark wie das Was. Brenne sichtbar für deine Sache.
- Authentizität. Kein auswendig gelernter Ton. Lass deine Persönlichkeit durch.
- Aktives Einbinden. Halte kurz inne und achte auf die Reaktion deines Gegenübers.
- Klarer Appell. Beende mit einem konkreten nächsten Schritt.
- In Verbindung bleiben. Tausche Kontakt aus, per Visitenkarte oder Termin.
Kurz & knapp: Einstieg, Fokus und Appell sind die drei Punkte, an denen die meisten Pitches gewinnen oder verlieren.
Welche Fehler kosten dich den Pitch?
- Du redest über dich statt über den Nutzen für dein Gegenüber.
- Du überziehst die Zeit deutlich.
- Aus dem kurzen Pitch wird ein Monolog.
- Du bereitest dich nicht auf das Publikum vor.
- Du sprichst Fachchinesisch, das niemand versteht.
Was ist für mich drin? Diese Frage stellt sich dein Gegenüber in Sekunden. Beginne deshalb mit Du, nicht mit Ich: Du bist bei mir richtig, wenn du online gefunden werden willst, ohne Stress mit dem digitalen Kram.
Zeit und Tempo. Wer aus zwei Minuten plötzlich vier macht, verdoppelt seine Strecke. Miss deine Zeit und bleib in der Vorgabe.
Vorbereitung und Klarheit. Informiere dich vorab, wen du triffst, und halte deine Worte so einfach, dass ein Kind mitkommt.
Brauchst du verschiedene Versionen deines Pitches?
Ja. Drei Situationen, drei Längen:
- Netzwerk: ein gesprochener Satz, locker und mit Blickkontakt. Ideal für Vorstellungsrunden.
- Webseite: ein bis zwei Sätze auf der Startseite, klar formuliert und ohne Floskeln.
- Instagram: die verdichtete Version für deine Bio, knapp und mit einem klaren Wer-für-wen.
Merke: Die Kernaussage bleibt gleich, nur Länge und Ton passt du an den Ort an.
Fazit
Ein Elevator Pitch bringt in einem Satz auf den Punkt, wem du hilfst, wobei und mit welchem Ergebnis. Die Formel und die AIDA-Struktur geben dir das Gerüst, die Beispiele zeigen den Ton.
Wichtig ist die Reihenfolge: erst die Zielgruppe, dann der Nutzen, am Ende der Appell. Wer einfach spricht und seine Zeit kennt, bleibt im Gedächtnis.
Selbst wenn du deinen Pitch nie im Aufzug brauchst, gewinnst du Klarheit darüber, was dich und dein Business einzigartig macht.
Kurz-Check, bevor du loslegst:
- Wem hilfst du, und welches Ergebnis lieferst du in einem Satz?
- Welcher erste Satz macht dein Gegenüber sofort neugierig?
- Welche drei Versionen brauchst du, für Netzwerk, Webseite und Instagram?