
Online Zahlungen empfangen: welcher Weg passt zu dir?
Sabine hat seit acht Jahren hat sie ihre Hypnosepraxis in einer Kleinstadt nahe Hannover. Drei Beratungspakete laufen stabil, ihre Hypnose-Ausbildung ist seit zwei Jahren ausgebucht. Vor Ort bezahlen ihre Kundinnen meistens per Überweisung, manche bar.
Im Herbst will sie etwas Neues starten: drei kleine Online-Kurse mit aufgenommenen Hypnosen, die ihre Kundinnen zwischen den Sitzungen hören können. Preis pro Kurs: rund 39 Euro. Zielgruppe: Frauen, die nicht zu ihr in die Praxis kommen, weil sie zu weit weg wohnen.
„Jay, die Audios sind fertig. Die Verkaufsseite steht. Aber wie nehme ich da jetzt eigentlich Geld an? Mit Banküberweisung will ich nicht anfangen, das ist Quatsch für 39 Euro. PayPal hab ich privat, reicht das? Meine Steuerberaterin meinte was von Digistore. Eine Kollegin schwört auf ThriveCart. Ich blicke nicht durch."
Damit ist sie nicht allein.
Wenn du Online Zahlungen annehmen willst, geht es nicht um das beste Tool, sondern um die passende Lösung für dein Angebot, deine Tools und dein Tempo. In diesem Artikel sortieren wir das.
In diesem Artikel erfährst du:
- wann du Online Zahlungen wirklich brauchst und wann nicht
- welche zwei Wege es gibt: Zahlungsabwickler oder Verkaufsplattform
- welche Anbieter im deutschsprachigen Raum sinnvoll sind
- worauf du beim Reseller-Modell achten musst
- mit welchen Leitfragen du die für dich passende Lösung findest
- Online Zahlungen kosten immer eine Gebühr. Die Gegenleistung ist deine Zeit.
- Zahlungsabwickler (PayPal, Stripe, Klarna) wickeln nur die Zahlung ab. Rechnung schreibst du selbst.
- Verkaufsplattformen (Digistore, CopeCart, ablefy, ThriveCart) übernehmen Zahlung, Rechnung, oft auch Kursbereich.
- Reseller-Modelle haben rechtliche Fallstricke, vor allem im Bereich Ausbildungen und Fernunterricht.
- Fang so einfach wie möglich an. Ein PayPal.me-Link reicht für den Start.
Was sind Online Zahlungen und wann brauchst du sie überhaupt?
Übersicht
- Was sind Online Zahlungen und wann brauchst du sie überhaupt?
- Was kosten Online Zahlungen eigentlich?
- Welche zwei Wege gibt es, um Online Zahlungen anzunehmen?
- Wie sieht die Kundenreise bei Zahlungsabwicklern aus?
- Wie sieht die Kundenreise bei Verkaufsplattformen aus?
- Welche Zahlungsabwickler sind in Deutschland sinnvoll?
- Welche Verkaufsplattformen lohnen sich für wen?
- Warum ist das Reseller-Modell ein Thema, das du verstanden haben solltest?
- Wie entscheidest du, was zu dir passt?
- Welche Lösung nutze ich selbst und warum?
- Was ist mit Papierkram als Buchhaltungs-Lösung?
- Häufige Fragen zu Online Zahlungen
- Brauche ich überhaupt eine Verkaufsplattform, wenn ich nur 1:1 berate?
- Was ist der Unterschied zwischen Zahlungsabwickler und Verkaufsplattform?
- Was ist günstiger, PayPal oder eine Verkaufsplattform?
- Muss ich eine ZfU-Zulassung haben, wenn ich einen Online-Kurs verkaufe?
- Kann ich mit Banküberweisung anfangen und später umsteigen?
- Was passiert, wenn die Plattform pleitegeht oder mich sperrt?
- Fazit: Online Zahlungen sind eine Entscheidung, kein Tool-Problem
Nicht jedes Business braucht Online Zahlungen. Wenn du nur vor Ort berätst und deine Kundinnen ohnehin in der Praxis sitzen, reicht oft Rechnung per Überweisung. Sobald du aber digitale Angebote verkaufst, mit Menschen arbeitest, die du nie persönlich triffst, oder Beträge unter 100 Euro abwickelst, wird die Banküberweisung zur Bremse.
Sabine fällt in beide Welten: Praxis vor Ort plus geplante Online-Kurse. Für die Praxis braucht sie keine neue Lösung, für die Online-Kurse schon.
Merke: Online Zahlungen sind ein Werkzeug, das du immer dann brauchst, wenn der Aufwand für Rechnung und Überweisung höher ist als die Gebühr, die der Anbieter dir abzieht.
Was kosten Online Zahlungen eigentlich?
Jede Online-Zahlung kostet Gebühr. Das ist kein Geheimnis und auch kein Skandal, sondern die Bezahlung dafür, dass dir jemand anderes die Zahlungsabwicklung abnimmt.
Grobe Orientierung im deutschsprachigen Raum:
- PayPal: ca. 2,49 % bis 2,99 % plus 0,35 Euro pro Transaktion
- Stripe: ca. 1,5 % für SEPA, 1,5 % + 0,25 Euro für europäische Karten, höher außerhalb der EU
- Klarna: je nach Modell ca. 2,99 % plus Festbetrag
- Verkaufsplattformen wie Digistore oder CopeCart: üblicherweise 5% - 7 % plus 1 Euro pro Transaktion (Stand variiert)
- ThriveCart: einmalige Lizenzgebühr, danach eine jährliche Gebühr plus die Gebühren des angeschlossenen Zahlungsabwicklers (z. B. Stripe)
Die genauen Sätze ändern sich regelmäßig. Schau immer auf der Anbieterseite nach, bevor du dich entscheidest. Was zählt: Die Gebühr ist das Geld, das du dir sparst, indem du deine Zeit nicht in Rechnungen schreiben steckst, sondern in Kundinnen oder Freizeit.
Auf den Punkt gebracht: Wenn du bereit bist, für die Zahlungsabwicklung zu zahlen, dann hat das einen Grund, nämlich deine eigene Zeit.
Welche zwei Wege gibt es, um Online Zahlungen anzunehmen?
Im deutschsprachigen Raum hast du grundsätzlich zwei Optionen:
- Zahlungsabwickler (auch Payment Provider oder Zahlungsdienstleister genannt)
- Verkaufsplattformen (auch Reseller oder All-in-One-Lösungen genannt)
Beide nehmen Geld für dich an. Der Unterschied liegt im Drumherum: Was passiert vor und nach der Zahlung?
Wie sieht die Kundenreise bei Zahlungsabwicklern aus?
Die Kundin landet auf deiner Verkaufsseite, klickt auf den Bezahl-Button, gibt ihre Daten ein und zahlt. Der Zahlungsabwickler überweist dir das Geld auf dein Konto.
Was du selbst machen musst:
- Rechnung schreiben (PayPal und Stripe haben dafür eine Funktion)
- Mehrwertsteuer ans Finanzamt abführen
- AGB und Widerrufsrecht auf deiner Seite bereitstellen
- Falls du einen Kursbereich hast: Zugangsdaten manuell verschicken oder über ein eigenes Tool automatisieren
Zahlungsabwickler eignen sich gut für einzelne Angebote, 1:1-Buchungen, kleine Beträge und Selbständige, die schon ein anderes Tool für Kursbereich oder Rechnungen nutzen.
Ergo: Du hast die volle Kontrolle, trägst aber auch jeden Schritt selbst.
Wie sieht die Kundenreise bei Verkaufsplattformen aus?
Die Kundin landet auf deiner Verkaufsseite (oder einer, die die Plattform für dich erstellt), klickt auf den Bezahl-Button, zahlt. Die Plattform übernimmt anschließend einen großen Teil der Arbeit:
- Rechnung wird automatisch erstellt und an die Kundin verschickt
- AGB und Widerrufsrecht sind in den Prozess integriert
- Bei manchen Anbietern (z. B. Digistore) wird die Mehrwertsteuer direkt ans Finanzamt abgeführt
- Zugangsdaten zum Kursbereich werden automatisch verschickt
- Email-Automationen für Begrüßung, Erinnerung, Versand können direkt angeschlossen werden
Verkaufsplattformen eignen sich gut für digitale Produkte, Online-Kurse, wiederkehrende Zahlungen (Abos) und alle, die möglichst wenig selbst administrieren wollen.
Kurz gesagt: Du gibst Kontrolle ab und gewinnst Zeit.
Welche Zahlungsabwickler sind in Deutschland sinnvoll?
Diese vier sind im deutschsprachigen Raum üblich:
| Anbieter | Stärken | Schwächen | Passt für |
|---|---|---|---|
| PayPal | Weit verbreitet, Käuferschutz, einfach zu integrieren, Rechnungsfunktion | Gebühr relativ hoch, Geld kann bei Streit eingefroren werden | Einsteigerinnen, kleine Beträge, 1:1-Angebote |
| Stripe | Niedrigere Kartengebühren, viele Integrationen, gute API | Onboarding etwas technischer, Support oft englischsprachig | Fortgeschrittene, Webseiten mit eigenem Checkout |
| Klarna | Beliebt bei Kundinnen wegen Ratenkauf und Rechnungskauf im Voraus | Höhere Gebühren, eher für Shops als für Coaching-Angebote | Physische Produkte, höhere Beträge mit Ratenwunsch |
| Kreditkarte direkt | Weltweit akzeptiert, schnell | Eigenes Händlerkonto nötig, eher selten für Solo-Selbständige | Etablierte Unternehmen mit eigenem Shop |
Worauf du bei der Auswahl achten solltest:
- Gebührenstruktur: Transaktionsgebühr plus Festbetrag, versteckte Kosten für Auszahlung
- Sicherheit: SSL-Verschlüsselung, 3D-Secure, PCI-DSS-Konformität
- Support: deutschsprachig oder mindestens schnell erreichbar
- Funktionen: Rechnungserstellung, Abos, Zahlungspläne, Integration in deine Webseite
- Auszahlungszeit: sofort, wöchentlich oder erst nach 30 Tagen?
Merke: Günstig allein hilft dir nichts, wenn der Support bei der ersten Frage drei Wochen braucht.
Du hast keine Lust mehr auf das Tool-Chaos?
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das will ich habenWelche Verkaufsplattformen lohnen sich für wen?
Die Auswahl im deutschsprachigen Raum hat sich seit den ersten Jahren stark verändert. Aktuell relevant:
| Anbieter | Passt für | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Digistore24 | Digitale Produkte, Online-Kurse, Abos | Deutschsprachig, hohe Bekanntheit, viele Integrationen, MwSt-Abführung | Reseller-Modell mit Sicherheitseinbehalt, Preisstruktur komplex |
| CopeCart | Digitale Produkte, Online-Kurse, Mitgliederbereiche | Umfassende Funktionen, gute Usability, Mitgliederbereich integriert | Reseller-Modell, teurer als manche Konkurrenz |
| ablefy | Digitale Produkte, Dienstleistungen, kleiner Shop | Fokus DACH, deutscher Support, viele Funktionen | Auszahlungsfristen je nach Plan, Bedienung gewöhnungsbedürftig |
| ThriveCart | Digitale Produkte, Kurse, Abos | Paypal & Stripe möglich, viele Funktionen, internationale Ausrichtung | Englischsprachig, kein eigener Reseller (du brauchst eigenen Zahlungsabwickler) |
| Eventbrite | Online- und Präsenz-Events, Tickets | Etabliert, eigene Reichweite, einfache Ticketerstellung | Hohe Gebühren, eher für Events als für Kurse |
| Etsy | Handgefertigte oder physische Produkte | Eigener Marktplatz mit Reichweite, einfacher Einstieg | Starker Wettbewerb, Plattform-Abhängigkeit |
Wichtige Funktionen, die alle genannten Plattformen anbieten:
- Abonnementverwaltung: wiederkehrende Zahlungen (monatlich, jährlich)
- Affiliate-Marketing: Andere bewerben dein Produkt und bekommen eine Provision
- Joint Ventures: Gemeinsame Produkte mit automatischer Einnahmenteilung
Ein integrierter Mitgliederbereich ist nur bei ablefy (monatlich) und ThriveCart (einmaliger Aufpreis) direkt enthalten. Bei Digistore und CopeCart musst du extern anbinden, etwa über WordPress-Plugins oder Tools wie Coachy, Memberspot, Kajabi, Teachable oder Thinkific.
Auf den Punkt: Verkaufsplattformen sparen dir Verwaltung, kosten dafür mehr Prozent und nehmen dir ein Stück Gestaltungshoheit ab.
Warum ist das Reseller-Modell ein Thema, das du verstanden haben solltest?
Digistore und CopeCart arbeiten nach dem Reseller-Modell: Du verkaufst rechtlich gesehen nicht selbst an die Kundin, sondern an die Plattform, und die wiederum an die Endkundin. Das hat steuerliche und rechtliche Konsequenzen. Durch die ZfU-Diskussion ab 2023 ist das Thema für viele Selbständige relevanter geworden.
Mir persönlich missfallen zwei Dinge am Reseller-Modell besonders:
- Freigabe von Angeboten: Ich möchte schnell und flexibel Angebote erstellen und verkaufen, ohne dass jemand Drittes mein Angebot prüfen und freigeben muss.
- Sicherheitseinbehalt: Im Reseller-Modell wird ein Teil der Einnahmen für 15 bis 90 Tage einbehalten (üblich 2 bis 10 %), falls Stornierungen kommen. Das ist legitim, fühlt sich aber an, als hätte jemand anderes meinen Schlüssel zum Konto.
Kurz gesagt: Das Reseller-Modell ist nicht per se schlecht, aber es ist eine Entscheidung, die du bewusst treffen solltest. Hol dir im Zweifel rechtlichen Rat.
Wie entscheidest du, was zu dir passt?
Fünf Fragen, die du dir vor der Anbieter-Wahl beantworten solltest:
1. Was genau verkaufst du?
- Workshops und Seminare → Eventbrite, Digistore, CopeCart, ablefy
- Online-Kurse mit Lernbereich → ablefy, ThriveCart, oder Zahlungsabwickler plus eigener Kursbereich
- 1:1-Beratung und Coaching → reicht oft PayPal oder Stripe
- Ausbildungen und Fernunterricht → Achtung ZfU, vorher rechtlich klären
- Physische Produkte → Etsy, eigener Shop mit Stripe oder Klarna
2. Welche Tools hast du schon?
- WordPress → hohe Flexibilität, fast jede Lösung anschließbar
- Baukasten wie Jimdo oder Wix → eingeschränkt, oft mit fertigen Modulen
- Email-Tool wie MailerLite, Brevo, ConvertKit → prüfen, ob es mit deiner Wunschplattform spricht
3. Wie viel Zeit und Geld kannst du jetzt investieren?
Jede neue Lösung hat eine mehr oder weniger steile Lernkurve. Das ist normal, egal was die Werbung verspricht. Plane realistisch zwei bis fünf Tage für die saubere Einrichtung ein.
4. Kannst du dich auf englisch verständigen?
Wenn nicht, bleib bei Anbietern mit deutschsprachigem Support. Technische Hürden plus Sprachhürden sind die häufigste Ursache für abgebrochene Tool-Wechsel.
5. Was sind deine Werte?
Deine Werte sind kein Soft-Thema, sondern eine Entscheidungs-Hilfe. Wenn dir Transparenz wichtig ist, raus aus undurchsichtigen Gebührenmodellen. Wenn dir Unabhängigkeit wichtig ist, raus aus Plattformen, die deine Angebote prüfen.
Merke: Die richtige Lösung ist die, die zu deinem Angebot und deinem Tempo passt, nicht die, die andere am lautesten empfehlen.
Welche Lösung nutze ich selbst und warum?
Aus genau dieser Logik habe ich mich für ThriveCart entschieden. Mein höchster Wert ist die Freiheit der Wahl, dazu kommt Transparenz und ich mag klar abgegrenzte Dinge. Ich lese und arbeite gut auf englisch.
Für mich heißt das konkret:
- ich zahlte eine einmalige Lizenzgebühr, danach keine monatlichen Kosten
- ich nutze ThriveCart nur für die Zahlungsabwicklung, auch ohne Kursbereich
- ich lege unbegrenzt viele Produkte an, ohne dass jemand sie freigeben muss
- ich bekomme mein Geld umgehend vom angeschlossenen Zahlungsabwickler (z. B. Stripe)
- ich integriere es reibungslos mit meiner Webseite und meinem Newsletter-Tool
Das ist mein Weg, nicht der einzige richtige. Sabine könnte mit Digistore oder CopeCart genauso gut starten, wenn ihr deutschsprachiger Support wichtiger ist als die einmalige Gebühr.
Ergo: Tool-Entscheidungen sind Werte-Entscheidungen übersetzt in Funktionen.
Was ist mit Papierkram als Buchhaltungs-Lösung?
Für alle, die lieber bei der klassischen Rechnung bleiben, aber den Zahlungseingang vereinfachen wollen, gibt es Papierkram. Das ist eine TÜViT- und GoBD-zertifizierte Buchhaltungssoftware, mit der du Rechnungen schreibst, die direkt einen Girocode und einen PayPal-Link enthalten.
Deine Kundin klickt entweder auf den PayPal-Link oder scannt den Girocode mit ihrer Banking-App und bezahlt in wenigen Sekunden. Das ist keine echte Verkaufsplattform, aber für 1:1-Dienstleistungen und Beratungen eine elegante Mittellösung.
Kurz gesagt: Wenn du sowieso Rechnungen schreibst, kann Papierkram der einfachste Übergang in die digitale Zahlung sein.
Häufige Fragen zu Online Zahlungen
Brauche ich überhaupt eine Verkaufsplattform, wenn ich nur 1:1 berate?
Nein. Wenn du Beratung in der Praxis oder per Videocall verkaufst und Beträge ab etwa 80 Euro abrechnest, reicht eine Rechnung mit PayPal-Link oder Stripe-Zahlungslink völlig. Eine Verkaufsplattform lohnt sich erst, wenn du digitale Produkte oder Kurse anbietest oder viele kleine Beträge automatisch verarbeiten willst.
Was ist der Unterschied zwischen Zahlungsabwickler und Verkaufsplattform?
Ein Zahlungsabwickler nimmt nur das Geld entgegen und überweist es dir. Eine Verkaufsplattform nimmt das Geld entgegen und übernimmt zusätzlich Rechnung, AGB-Prozess, oft Mehrwertsteuer und Kursbereich. Du bezahlst die Plattform für den Verwaltungs-Aufwand, den sie dir abnimmt.
Was ist günstiger, PayPal oder eine Verkaufsplattform?
Reine Transaktionsgebühr ist PayPal meistens günstiger. Rechnest du allerdings die Zeit ein, die du für Rechnungserstellung und Verwaltung brauchst, kann eine Verkaufsplattform schnell günstiger sein, vor allem bei vielen kleinen Beträgen oder bei Abos.
Muss ich eine ZfU-Zulassung haben, wenn ich einen Online-Kurs verkaufe?
Das kommt auf den Kurs an. Im Zweifel rechtlich prüfen lassen, etwa bei Rechtsanwältin Sabrina Keese-Haufs.
Kann ich mit Banküberweisung anfangen und später umsteigen?
Kannst du, ist aber zäh. Schon ab fünf Buchungen pro Monat lohnt sich ein einfacher PayPal.me-Link mehr als manuelles Rechnungstippen. Umsteigen geht jederzeit, aber jeder Monat ohne Online-Zahlung kostet dich Buchungen, weil viele Kundinnen abends, am Wochenende oder unterwegs entscheiden.
Was passiert, wenn die Plattform pleitegeht oder mich sperrt?
Gutes Argument für Unabhängigkeit. Eigene Webseite plus Zahlungsabwickler ist robuster als ein reines Plattform-Modell. Verkaufsplattformen sind bequem, aber jede Plattform kann theoretisch Regeln ändern oder Konten sperren. Sicher dich mit einer eigenen Email-Liste und einer eigenen Webseite ab, dann bist du nie komplett abhängig.
Fazit: Online Zahlungen sind eine Entscheidung, kein Tool-Problem
Wenn du Online Zahlungen annehmen willst, dann ist die wichtigste Frage nicht:
Welches Tool?
Sondern: Was passt zu meinem Angebot, meinen Tools und meinen Werten?
Vier Hebel, die du im Blick behalten solltest:
- Was verkaufst du? Digitales Produkt, 1:1-Beratung, Ausbildung, physisches Produkt - jede Form hat eine andere passende Lösung.
- Wie viel Verwaltung willst du selbst machen? Mehr Kontrolle heißt mehr Arbeit, weniger Kontrolle heißt höhere Gebühren.
- Welche rechtlichen Themen betreffen dich? Vor allem ZfU bei Ausbildungen, AGB und Widerrufsrecht bei digitalen Produkten.
- Wie unabhängig willst du bleiben? Eigene Webseite plus Zahlungsabwickler ist robuster als reines Plattform-Modell.
Mein Rat: Fang so einfach wie möglich an. Ein PayPal.me-Link auf einer schlichten Verkaufsseite reicht, um die ersten Kundinnen reibungslos durchzuschleusen. Sobald du regelmäßig verkaufst, wechselst du zur Plattform, die zu deinem Modell passt.
Sabine hat sich für den Einstieg mit Stripe entschieden, weil sie eine eigene WordPress-Seite hat und keine Lust auf Reseller-Modell und Freigaben. Wenn ihre Online-Kurse stabil laufen, schaut sie nochmal auf ThriveCart oder ablefy. Ihre Praxis vor Ort und ihre Ausbildung läuft weiter über Rechnung, weil das dort einfach passt.
- Welches deiner Angebote braucht aktuell wirklich Online Zahlungen, und welches läuft auch ohne?
- Welcher der zwei Wege (Zahlungsabwickler oder Verkaufsplattform) passt zu deinem Tempo und deinen Tools?
- Wo würde dich rechtliche Klarheit (z. B. zu ZfU) heute schon weiterbringen, bevor du startest?